
Wie können wir friedlich und nachhaltig zusammenleben?
13.04-17.04.2026
Am Montag begrüßten sechs Schüler:innen aus Jahrgang 11 die gleichaltrige Gruppe aus Portugal in der Schule. Nach Hospitation im Unterricht und einem kleinen Mittagssnack lernten sich alle beim gemeinsamen Ausflug zum SeaLife kennen, am Dienstag standen die Herrenhäuser Gärten und der rote Faden auf dem Programm. Abends aßen wir gemeinsam bei einem „typischen“ Essen im Bavarium.
Ein besonderes Highlight war unser Besuch im Neues Rathaus Hannover am Mittwoch. Dort wurden wir von der Bürgermeistern Frau Plate empfangen, die uns spannende Einblicke in die Struktur und Organisation der Stadt Hannover gab. In einer offenen Gesprächsrunde konnten wir uns mit ihr über verschiedene aktuelle Themen austauschen. Besonders interessant waren dabei die Diskussionen über den Klimawandel sowie über das Nahverkehrssystem der Stadt. Es war beeindruckend zu hören, wie politische Entscheidungen auf kommunaler Ebene getroffen werden und welche Herausforderungen dabei eine Rolle spielen. Im Anschluss an die Führung hatten wir die Möglichkeit, mit dem Fahrstuhl auf die Kuppel des Rathauses zu fahren. Von dort aus bot sich uns ein beeindruckender Ausblick über ganz Hannover. Bei klarem Wetter konnten wir die Stadt in ihrer ganzen Vielfalt überblicken, was für viele von uns ein unvergessliches Erlebnis war. Von dort oben konnten wir den Zoo sehen, den wir am Nachmittag besuchten.
Das Aufeinandertreffen zwischen Hannover 96 und dem Erasmusprojekt war am Donnerstag ein beeindruckendes Erlebnis auf beiden Seiten. 96 empfing die Portugiesen und die Deutschen mit offenen Armen und sorgte sogar für einen portugiesischen Übersetzer, Rafael Marques, ein Spieler der U23. Nach dem Kennenlernen im Eilenriede-Stadion bekamen wir eine Tour durch das gesamte NLZ Gelände mit vielen Einblicken in den Alltag der Spieler. Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das Niedersachen-Stadion mit Einblicken in die Pressetribünen, den Spielertunnel sowie die Spielerbänke und den fast englischen Rasen. Insgesamt eine tolle Erfahrung für beide Seiten.
Diese vielen gemeinsamen Ausflüge führten zu vielen tollen Gesprächen, die immer im Zusammenhang mit der Frage standen, wie wir friedlich zusammenleben können. Die Aspekte der Nachhaltigkeit konnten wir im Fabric-LAB und im Energie-LAB erfahren. Im Fabrik LAB wurde uns, nach einer Führung durch das Gebäude, das Problem der Fast Fashion nähergebracht. Danach haben wir in gemischten Gruppen mit Portugiesen und Schwedischen Austauschülern zusammen Stoffbeutel upgecycelt und selbst designte Sprüche entworfen, die auf Probleme wie z.B. Kinderarbeit aufmerksam machen sollen.
Im Energie-LAB haben wir mit Frau Dr. Virdis zum Thema Klimawandel gearbeitet, ein wichtiges globales Thema was sowohl die Portugiesen als auch uns Deutsche betrifft. Es gab verschiedene Stationen mit Aufgaben zum Klimawandel die wir in Gruppen gelöst und dann vorgestellt haben.
Am gleichen Tag machten wir ein Theater-Workshop unter der Leitung von Herrn Mende. Dort haben wir gelernt, spielerisch aufeinander zuzugehen und konnten durch praktische Übungen erkennen, wie schwierig es sein kann, etwas genau zu erklären und mit eingeschränkten Mitteln zu kommunizieren. Unsere Aufgabe war es, die Inhalte von fremdsprachlichen Texten allein durch Interpretation und Teamarbeit zu deuten und das Ergebnis anschließend vor der Gruppe vorzuspielen. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel wir allein durch den Klang der Worte verstehen konnten. Das war sehr lustig und zugleich konnten wir erleben, wie es im Ansatz sein kann, wenn man ohne Sprachkenntnisse ein Land bereist oder in dieses flüchten muss.
Ebenfalls ein Highlight war das gemeinsame Kochen. Wir teilten uns in ein portugiesisches und in ein deutsches Team ein. Die Portugiesen kochten „Francesinha“ ein sehr traditionelles Gericht aus dem Norden Portugals. Es besteht aus Toastbrot, Kochschinken, Scheiben einer typischen Wurst Linguiça und gebratenem Rindfleisch. Es wird mit geschmolzenem Käse sowie einer heißen, typischerweise dickflüssigen Sauce aus Tomaten, Bier und Senf übergossen. Wir kochten vegetarisch und deutlicher einfacher, Käsespätzle mit Salatbeilage. Anschließend gab es noch portugiesischen Nachtisch Pastel de Nata gebacken . Pastel de Nata. Das Essen war sehr lecker und wir alle genossen die gemeinsame Zeit.
Während unserer gemeinsamen Woche, haben wir sehr viel über Portugal und über ihre Menschen gelernt. Die meisten Portugiesen sind von Natur aus sehr offen und kommunikativ, im Gegensatz zu uns deutschen. Am Anfang hat es bei uns länger gebraucht, sich zu öffnen und Gespräche zu führen, während die Portugiesen von Anfang an den Kontakt gesucht haben. Auch einen Unterschied sieht man im Verhalten im Alltag. Während die Portugiesen oft spontaner und lockerer wirken, sind wir Deutschen meist strukturierter und planen mehr im Voraus. Beim Essen gibt es ebenfalls Unterschiede. In Portugal wird häufig später gegessen. Das Abendessen findet oft erst gegen 20 oder 21 Uhr statt, während die Deutschen deutlich früher essen.
Auf der anderen Seite legen die Menschen beider Länder Wert auf Freundschaft und Gemeinschaft. Sowohl Deutsche als auch Portugiesen genießen es, Zeit mit Freunden zu verbringen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Wir kochten gemeinsam, alle haben sich gut verstanden, wie eine kleine Familie. Vielen Dank für diese besondere Woche.
Elena Benda, Bente Bonfert, Marleen Kretschmann, Keanu Kutlucan, Julian Mende, Maya Muthalayah, Ole Voß, Miray Yildirim


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