Unser Name

Zum Schul­jahr 2016/2017 wurde die IGS Müh­len­berg zur „Leo­nore-Gold­schmidt-Schule, IGS Han­no­ver-Müh­len­berg“. Die Schule  folgt damit dem Bei­spiel vie­ler Stra­ßen und Ein­rich­tun­gen im Stadt­teil Müh­len­berg, die mit ihren Namen an die Ver­dienste jener erin­nern, die sich der NS-Dik­ta­tur ent­ge­gen­stell­ten, so etwa der Cana­ris­weg, der Ossietz­ky­ring, die katho­li­sche Pfarr­ge­meinde St. Maxi­mi­lian Kolbe die ev.-luth. Bon­hoef­fer-Kir­chen­ge­meinde oder das Frei­zeit- und Bil­dungs­zen­trum „Weiße Rose“. Wer war diese Leo­nore Goldschmidt?

„Leo­nore Gold­schmidt (* 16. Novem­ber 1897 in Gosda/Lausitz; † 7. März 1983 in Lon­don) war eine deut­sche Päd­ago­gin. Im April 1933 wurde das Gesetz zur Wie­der­her­stel­lung des Rechts zum Berufs­be­am­ten­tum erlas­sen, das erlaubte, poli­tisch miss­lie­bige Beamte, vor allem aber Juden, ein­fach aus dem Staats­dienst zu ent­fer­nen. Leo­nore Gold­schmidt erhielt die schrift­li­che Mit­tei­lung ihrer Ver­set­zung in den Ruhe­stand. Mit ihrem Mann fand sie eine Lücke im natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Schul­sys­tem: Jeder jüdi­sche Leh­rer durfte 5 „nich­tari­sche“ Kin­der unter­rich­ten. Sie schloss sich mit ande­ren jüdi­schen Leh­rer­kol­le­gen zusam­men und konnte – nach meh­re­ren Absa­gen des Amtes – eine pri­vate Schule eröffnen.Es ent­stand am 1. Mai 1935 ihre eigene Schule in Ber­lin-Gru­ne­wald in der Kron­ber­ger Straße 24.

Von den jüdi­schen Schü­lern wurde diese Schule auch „Oase“ genannt, da die Kin­der hier nicht den übli­chen Aus­gren­zun­gen und Repres­sio­nen aus­ge­setzt waren. Als sich die poli­ti­sche Lage ver­schlim­merte, begann sie die Kin­der auf ein Leben im Exil vor­zu­be­rei­ten. Sie orga­ni­sierte mit Hilfe der bri­ti­schen Bot­schaft einen bri­ti­schen Leh­rer – Philip Wool­ley – für einen eng­li­schen Sprachunterricht.Der Eng­lisch­un­ter­richt begann 1936. Unter­stüt­zung für die­ses Pro­jekt erhielt sie durch ihren ehe­ma­li­gen Pro­fes­sor Wal­ter Hüb­ner, der inzwi­schen für das Reichs­er­zie­hungs­mi­nis­te­rium arbei­tete. Die Pri­vate Jüdi­sche Schule Dr. Leo­nore Gold­schmidt erhielt 1936 die offi­zi­elle Abitur­li­zenz und konnte 1937 den Sta­tus eines Exami­na­tion Centre of the Uni­ver­sity of Cam­bridge erlan­gen. Der bilin­guale Schul­ab­schluss ermög­lichte den Schü­lern den Zugang zu den eng­lisch­spra­chi­gen Uni­ver­si­tä­ten in Europa und Nord­ame­rika und erleich­terte ihnen damit die Emigration.1937 zählte die Schule 520 Schü­ler und 40 Leh­rer. Ein Land zu fin­den, das Juden auf­nahm, war schwie­rig. Zusam­men mit ihrem Ehe­mann ver­suchte Leo­nore Gold­schmidt, eine Filiale der Gold­schmidt-Schule in Eng­land zu eröff­nen. Sie bat die bri­ti­sche Regie­rung, die Eva­ku­ie­rung der Kin­der nach Eng­land zu finan­zie­ren, die aber zu die­sem Zeit­punkt keine akute Gefahr für das Leben der Kin­der sehen wollte.Nach den Novem­ber­po­gro­men durf­ten die Kin­der ohne Beglei­tung von Ange­hö­ri­gen mit dem Kin­der­trans­port ab Bre­mer­ha­ven in Eng­land ein­rei­sen. Sie selbst ver­ließ Deutsch­land im Juni 1939 und kehrte nie dort­hin zurück. Bis zum Mai 1940 führte sie im eng­li­schen Fol­ke­stone ihre Schule wei­ter. Bis 1968 arbei­tete sie als Leh­re­rin an ver­schie­de­nen pri­va­ten und öffent­li­chen Schu­len in England.“

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