Wir sind Fairtrade-School!

Die Leo­nore-Gold­schmidt-Schule trägt seit dem 4. Februar 2019 die Aus­zeich­nung „Fairtrade-School“. Sie ist die damit die siebte Schule in Han­no­ver, die mit Unter­stüt­zung des Agenda 21- und Nach­hal­tig­keits­bü­ros der Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver diese Aner­ken­nung erhielt. Geehrt wurde damit das Enga­ge­ment zur För­de­rung glo­ba­ler Gerech­tig­keit, eines nach­hal­ti­gen Kon­sums und des „Fai­ren Handels“.

BERICHT VON LINA JACOBS, RADIO LEINEHERTZ, 05.20.2019

„Fairtrade-Schools“ ist eine Kam­pa­gne von Trans­Fair e.V. in Köln, gleich­zei­tig Trä­ger der Fairtrade-Kam­pa­gne in Deutsch­land. Mit den „Fairtrade-Schools“ wird die Idee des „Fai­ren Han­dels“ wei­ter­ver­brei­tet. Gleich­zei­tig bie­tet das Zer­ti­fi­kat der Schule die Mög­lich­keit, ihr Enga­ge­ment für eine gerech­tere Welt nach außen zu tra­gen. Die Leo­nore-Gold­schmidt-Schule greift ein Thema auf, das in der Gesell­schaft wach­sende Bedeu­tung gewinnt. Immer mehr Men­schen legen nicht nur Wert auf Pro­dukte aus umwelt­ge­rech­ter und kli­ma­freund­li­cher Her­stel­lung, son­dern zudem auch dar­auf, dass sie fair gehan­delt sind. Der „Faire Han­del“ garan­tiert, dass Pro­dukte ohne aus­beu­te­ri­sche Kin­der­ar­beit her­ge­stellt wer­den und Arbeiter*innen gute Arbeits­be­din­gun­gen haben und gerecht ent­lohnt werden.

Fairtrade-Kom­pass der Leonore-Goldschmidt-Schule

Mit der Aus­zeich­nung zur „Fairtrade-School“ bestä­ti­gen wir unser Enga­ge­ment für den Fai­ren Han­del und leis­ten einen Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen von benach­tei­lig­ten Bau­ern- und Pro­du­zen­ten­fa­mi­lien in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Fairtrade soll in die­sem Rah­men einen noch fes­te­ren Platz in dem All­tag an unse­rer Schule ein­neh­men und die Schü­ler und Schü­le­rin­nen sol­len auch eine ver­än­derte Ein­stel­lung zum Thema Nach­hal­tig­keit mit nach Hause nehmen.
Die → Bil­dung für nach­hal­tige Ent­wick­lung (BNE) stellt einen wich­ti­gen Schwer­punkt unse­rer Schule dar. Kon­zep­tio­nell ver­folgt die Leo­nore-Gold­schmidt-Schule die im Ori­en­tie­rungs­rah­men für den Lern­be­reich Glo­bale Ent­wick­lung genann­ten Ziel­set­zun­gen. Im Unter­richt wird dies bereits auf viel­fäl­tige Weise auf­ge­grif­fen. Ins­ge­samt zeich­net sich die Schule dadurch aus, dass der faire Han­del sowie Nach­hal­tig­keits­aspekte in Form eines Spi­ral­cur­ri­cul­ums in den Unter­richt inte­griert sind. So set­zen sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in regel­mä­ßi­gen Abstän­den mit BNE-The­men aus­ein­an­der. Zwei BNE-Koor­di­na­to­ren aus den Fach­be­rei­chen Natur­wis­sen­schaf­ten und Gesell­schafts­lehre wir­ken dabei mit, den fächer­über­grei­fen­den Unter­richt auf­ein­an­der abzu­stim­men und Lehr­kräfte sowie Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu bera­ten. Dabei wird an bereits bestehende Pro­jekte und Initia­ti­ven wie das Ener­gie­LAB, “Plant for the Pla­net“, sowie Aktio­nen im Rah­men der Umwelt­schule in Europa angeknüpft.
Exem­pla­risch ist dabei der 11. Jahr­gang zu nen­nen, in dem die Fächer Eng­lisch und Poli­tik-Wirt­schaft einen gemein­sa­men Unter­richts­schwer­punkt zum Thema Nach­hal­tig­keit und Ent­wick­lung haben, bei dem fächer­über­grei­fend für ein Quar­tal der Faire Han­del, nach­hal­ti­ger Kon­sum und die UN-Ent­wick­lungs­ziele bis 2030 the­ma­ti­siert werden.
Zudem gibt es an der Leo­nore-Gold­schmidt-Schule seit 2015 im 5. und 6. Jahr­gang sog. “Schwer­punkt­klas­sen”. Jeweils eine Klasse – die “Eine-Welt-Klasse” – hat einen ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Schwerpunkt.
Mit fes­ten Tra­di­tio­nen (faire Niko­läuse zum Niko­laus­tag, faire Rosen am Valen­tins­tag), die es schon län­ger an unse­rer Schule gibt, und neu ein­ge­führ­ten Aktio­nen (z.B. Fairtrade Ver­kaufs­stän­den bei den Schul­ver­an­stal­tun­gen) sind wir als Fairtrade-Schul­team über das ganze Schul­jahr immer wie­der prä­sent und infor­mie­ren so neben den Schü­le­rin­nen und Schü­lern auch die Eltern.
Bei bis­he­ri­gen Ver­an­stal­tun­gen wie dem Tag der offe­nen Tür, Schul­fes­ten oder auch im Rah­men der fai­ren Woche konn­ten wir bereits die Mit­glie­der der Schul­ge­mein­schaft vom Kauf fai­rer Pro­dukte über­zeu­gen. Dazu arbei­ten wir mit unse­rem loka­len Aller­Welts­La­den zusam­men. Auch mit unse­rem fai­ren Kuchen- und Muff­in­ver­kauf konn­ten wir punk­ten. Des­wei­te­ren pla­nen wir, wie schon in die­sem Jahr (Banana-Fair­day), an den Pro­jek­ten von Trans­Fair teil­zu­neh­men. Eine wei­tere Idee ist es, das neu ein­ge­führte Eltern-Cafe unse­rer Schule mit fai­rer Ver­kos­tung auszustatten.
Für die nächs­ten Jahre wol­len wir die Faire Woche als fes­ten Ter­min im Schul­ab­lauf ver­an­kern, das Ange­bot an fai­ren Waren im Bis­tro erwei­tern, Ver­trau­ens­kas­sen für faire Pro­dukte in den Leh­rer­zim­mern ein­rich­ten und Schul­klei­dung aus fai­rer Pro­duk­tion beziehen.
Faire Pro­dukte sol­len zur bevor­zug­ten 1. Wahl wer­den und das Thema Nach­hal­tig­keit in allen Jahr­gän­gen the­ma­ti­siert wer­den. Schü­le­rin­nen und Schü­ler jeden Alters sol­len dafür sen­si­bi­li­siert wer­den, was hin­ter ihren Kauf­ent­schei­dun­gen steckt und inwie­fern ihre täg­li­chen Kauf­ent­schei­dun­gen etwas ver­än­dern kön­nen. Die größte Her­aus­for­de­rung ist dabei, der Idee, dass Fairtrade teu­rer ist, etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Außer­dem stellt sich die Frage, ob die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Lehr­kräfte und Eltern die Idee des Fairtrade in allen Berei­chen anneh­men. Hier­bei sehen wir es als unsere Auf­gabe, inten­siv über das Thema Fairtrade auf­zu­klä­ren und den Mit­glie­dern unse­rer Schul­ge­mein­schaft auf­zu­zei­gen, wie sich der Preis von Fairtrade-Pro­duk­ten zusam­men­setzt und wem das Geld zugute kommt.
Wir wer­den so viele fair gehan­delte Pro­dukte wie mög­lich an unse­rer Schule anbie­ten; neben den bereits zu 100% mit Fairtrade-Kaf­fee ver­sorg­ten Leh­rer­zim­mern, wird dort auch kurz­fris­tig ein klei­nes Ange­bot an unter­schied­li­chen Fairtrade-Pro­duk­ten mit einer Ver­trau­ens­kasse ange­bo­ten. Für die Schü­ler und Schü­le­rin­nen hat auch unser Bis­tro mit Fairtrade-Tee und -Kek­sen ein fai­res Produktangebot.
Wei­tere Ideen sind faire Schul­shirts und Abschluss­pul­lis, sowie neben wie­der­ver­wend­ba­ren Dosen für Salate von unse­rer Salat­bar, auch wie­der­ver­wend­bare Kaf­fee­be­cher ein­zu­füh­ren und somit unsere Schule noch nach­hal­ti­ger zu machen.
Als zukünf­tige Fairtrade-School set­zen wir uns dafür ein, dass an unse­rer Schule der Faire Han­del geför­dert wird. Die in der Zukunft geplan­ten Pro­jekte und die dar­ge­stell­ten Her­aus­for­de­run­gen ver­ste­hen wir als unsere zukünf­ti­gen Auf­ga­ben im Schul­team. In die­sem Sinne wer­den wir wei­ter daran arbei­ten, die The­men Nach­hal­tig­keit und fai­rer Han­del stär­ker sicht­bar zu machen.

Aktu­elle Akti­vi­tä­ten unse­res Fairtrade-Schul­teams ver­öf­fent­li­chen wir regel­mä­ßig hier:
Blog der Kam­pa­gne Fairtrade-Schools
Bericht der „Leo­News Pausenpropaganda“