Die Leonore-Goldschmidt- Schule hat seit Jahren vielfältige Kontakte nach Frankreich und regelmäßig Französisch-Austausche gemacht: Lange Jahre mit einem Collège (Mittelschule, vergleichbar mit einer IGS) in Flines-Les-Raches, dann zusätzlich mit einem Lycée (Gymnasium, aber nur Klassen 10–12) in Carpentras und zuletzt mit einem Collège in Thann, im Elsass. Zuletzt ist die Organisation mit unserer Partnerschule jedoch aufgrund der französischen Bürokratie immer schwieriger geworden und der Austausch musste im Schuljahr 25/26 ausfallen.

Umso schöner, dass es gelungen ist, mit der Institution Sainte-Clotilde eine neue Partnerschule zu finden, die generell Interesse an Austauschprojekten hat und sich spontan bereit erklärt hat, uns als Partnerschule im laufenden Schuljahr zu empfangen.
Vom 01.–06. Juni 2026 sind somit 6 Schüler*innen des nun 10. Jahrgangs und 4 Schülerinnen des 9. Jahrgangs nach Strasbourg gefahren, die Stadt, die direkt hinterm Rhein liegt und mit Kehl sogar einen deutschen Stadtteil hat. Unsere Partnerklasse war deutlich größer als unsere Gruppe, so dass wir statt einem festen Austauschpartner in binômes und trinômes aufgeteilt haben, also kleine 2er- oder 3er-Grüppchen. Dies passte gut, da wir, aufgrund der Spontaneität, in einem Hostel untergekommen sind.
Dies ist für einen klassischen Austausch eigentlich schade, denn was ist eine größere Herausforderung als bei einem Austauschpartner zu wohnen und den Alltag zusammen zu verbringen? Doch Gelegenheiten Französisch zu sprechen und sich langsam an die andere Sprache und Kultur heranzutasten, gab es allemal: Im Supermarkt : „Par carte oder avec carte, s‘il vous plaît?“, im Hotel („Was heißt Schlüssel für Zimmerfenster?“) und natürlich mit den Franzosen („Die können gar nicht soviel Deutsch, wir müssen Französisch reden. Oder manchmal Englisch, aber Französisch geht eigentlich ganz gut.“)
Die Partnerklasse hatte gleich am ersten Tag eine kleine Stadtführung für uns vorbereitet (Ja, Johannes Gutenberg hat sich u.a. von den Straßburger Weinpressen für den Buchdruck inspirieren lassen!). Am nächsten Tag haben wir uns gemeinsam nach einer kleinen Führung durch die Schule (ein katholisches Privatgymnasium: „Frau Drabandt, die haben eine eigene Kapelle in der Schule!“) Gedanken über Stereotype und Vorurteile gemacht und Fragen für ein Interview in der Stadt gesammelt, Notizen dazu findet ihr unten abgebildet.
Strasbourg liegt nicht nur am Rhein, sondern hat eine lange, wechselhafte Geschichte und war mal deutsch, mal französisch; was uns in einer kleinen Geschichsstunde von französischen Kollegen präsentiert wurde. Nicht umsonst liegt in dieser multinationalen Region das Europäische Parlament. Dieses, sowie der dazugehörige Lieu d’Europe, einen außerschulischen Lernort, besuchten wir am Mittwoch und durften einen Blick in den Plenarsaal werfen und von der Dachterasse über den Rhein nach Deutschland blicken. Am Donnerstag arbeiteten wir gemeinsam zu Faux-Amis (die false-friends gibt es ja in jeder Sprache): Und manche der missverständlichen Wörter werden die Schüler nicht so schnell vergessen, weil man plötzlich aus Versehen unter der Gürtellinie landet… Ein gemeinsamer Bowling-Ausflug mit der Partnerklasse (die alle im sportlichen Profil sind) brachte viel Spaß, war aber auch eine Herausforderung. Unsere Woche endete mit einer gemeinsamen Fahrt auf der Ill durch die malerische Altstadt von Straßburg und einem All-you-can-eat-Mittagessen im Flam‘s: Dort gab es Flaemmekueche satt.
Vielen Dank an die Institution Sainte Clotilde für die Gastfreundschaft und die Organisation, wir würden uns freuen, wenn einige von euch uns in Hannover besuchen kommen!
Merle Drabandt





