iPad-Klassen

iPad-Klassen an der Leonore-Goldschmidt-Schule

Mit dem Beginn des Schuljahres 2015/2016 wurden iPad Klassen an der Leonore-Goldschmidt-Schule eingeführt. Wir haben mit zwei Klassen begonnen. In den beiden darauffolgenden Jahren folgte jeweils eine weitere Klasse. Im nächsten Schuljahr werden voraussichtlich mindestens zwei Klassen hinzukommen.

Unser Konzept sieht vor, dass die Eltern das Gerät selbst anschaffen, das sogenannte „Bring-your-own-device“- Konzept. Alle Schüler haben das gleiche Gerät, ohne Simkarte, nur mit WLAN und mit dem kleinsten erhältlichen Speicher. Dieser Speicher reicht für unsere Belange aus und so hat kein Schüler mehr oder weniger Speicher als der andere. Wenn die Geräte keine Simkarte haben, können wir die Nutzung von mobilen Diensten steuern. Die Schüler erhalten außerdem einen Displayschutz und eine dicke Schutzhülle für ihre Geräte. Eltern haben die Möglichkeit, das Gerät direkt zu kaufen oder über einen längeren Zeitraum von bis zu vier Jahren als Mietkauf zu erwerben. Über diese Zeit werden die Geräte gegen Diebstahl, Display- und Hardwareschäden versichert. Die Kosten dafür belaufen sich auf höchstens 15 Euro monatlich.

Bei der Anmeldung entscheiden die Familien, ob sie ihr Kind für eine iPad-Klasse anmelden. Die Entscheidung fällt dementsprechend vor der Klassenzusammensetzung. Bisher konnten wir den meisten Wünschen entsprechen.

Die Geräte werden erst zum Ende des 5. Schuljahrs angeschafft, um den Schülern Zeit zu geben, an der neuen Schule, in der neuen Klasse anzukommen, die neuen Anforderungen an der IGS kennenzulernen und notwendige Arbeitstechniken zu trainieren. Vor den Sommerferien werden die Geräte ausgeliefert und nach einer gemeinsamen Einrichtung in der Schule, können die Kinder die Zeit in den Ferien nutzen, sich mit den Geräten vertraut zu machen. Natürlich wird alles schulisch Relevante gemeinsam in der Schule eingeübt.

Wir haben das Glück, unseren eigenen MDM-Server in der Schule zu haben und alle Geräte sind über ein Mobile Device Management registriert. Dies ermöglicht uns, Apps anzuschaffen und diese zentral auf die Geräte zu verteilen, in einer Art internen App-Store. Über die Verwaltung der Geräte können wir auch allgemeine Einschränkungen vornehmen. Durch einen zusätzlichen Cachingserver wird der durch App-Downloads verursachte externe Datenverkehr minimiert.
Die Lehrkräfte haben während des Unterrichts außerdem die Möglichkeit, die Geräte der Schüler einzusehen, zu sperren oder die Nutzung einzuschränken, oder die Schülerinnen und Schüler auf vorgegebene Webseiten oder Programme zu navigieren. Sie können sich jeden Bildschirm ansehen und so sichergehen, dass die Schüler bei der Sache bleiben. Dies geschieht aber nicht heimlich. Der jeweilige Nutzer wird darüber informiert. Dazu nutzen wir Lehrkräfte eine App, die sich „Classroom“ nennt. Die Kontrolle endet, sobald die Schüler sich außerhalb der Bluetoothreichweite des Lehrergerätes befinden. Da die Geräte ihnen gehören, können sie sie natürlich auch privat nutzen. Es muss nur immer genug Speicherplatz für schulische Inhalte und Apps vorhanden sein.

Die Unterrichtsräume sind mit Apple TV (oder einem vergleichbaren Gerät) sowie Beamer und Whiteboard ausgestattet, um die Geräte auch zur Präsentation zu verwenden.

Im 6. Schuljahr beginnt die schulische Arbeit mit den iPads. Dabei gilt für uns der Leitspruch: „Die Arbeit mit dem iPad soll einen Mehrwert darstellen.“ Gerade am Anfang kann dem nicht immer gefolgt werden, aber Übung macht den Meister. Die Nutzung von echten Büchern und das Schreiben mit der Hand nehmen bei uns weiterhin einen großen Stellenwert ein.

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und abhängig von den Themen im Unterricht. Für die Arbeit haben wir eine Sammlung an Apps zusammengestellt, die alle Schüler aus dem internen App-Store auf ihr Gerät spielen können. Dies wird im Klassenverband geregelt. Außerdem haben wir einige wenige kostenpflichtige Apps angeschafft.

Wir sind erst im 7. Schuljahr angelangt und haben die Geräte bereits in folgenden Fächern zur Arbeit eingesetzt: Deutsch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Gesellschaftslehre, Werte und Normen, Kunst, Technik und Hauswirtschaft, Forscherclub.
Wir nutzen verschiedene Dokumentations-Apps wie Pages, Notability, My Book Creator, um Texte, Tabellen und ähnliches zu erstellen. Um Präsentationen zu erstellen, bietet sich Keynote an. All diese Apps benutzen wir sehr häufig und der Umgang damit geht den Schülern mittlerweile gut von der Hand. Um Mind Maps zu erstellen, benutzen wir ebenfalls eine App. Die iMovie App bietet die Möglichkeit, Filme zu drehen, zu vertonen und zu bearbeiten. Die Foto App ermöglicht es, Fotos und Fotocollagen zu erstellen und diese zu bearbeiten. Natürlich nutzen wir die iPads auch, um im Internet zu arbeiten.
Weitere gern genutzte Apps sind der Diercke Atlas, Schlaukopf, diverse Wörterbücher und Apps für Grammatik- oder Vokabelübungen.
In der BiBox finden unsere Schüler einige Schulbücher und können so jederzeit Zugriff auf die Bücher erhalten. Wir Lehrkräfte können unseren Schülern zusätzliche Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen.

Beispiele für Anwendung im Unterricht:
• Keynote Präsentation zu Naturkatastrophen (Gesellschaftslehre – GL)
• My Book Creator Books für alle Aufgaben im Bereich „My Portfolio“ (Englisch – En)
• Taschenrechner (Mathematik – Ma)
• Versuchsdokumentationen (Naturwissenschaften – NW – und GL)
• Tabellen, Diagramme (NW, Ma, GL)
• Atlas (GL)
• Schlaukopf (alle Fächer)
• Kochbuch erstellen (Hauswirtschaft)
• eTwinning Projekt – My Book Creator, Notability – (Verfügungsstunde, Projektwoche)
• Standbilder festhalten (Werte und Normen)
• Filme über die Schule drehen (En – Thema „My school“)
• Geschichten schreiben (Deutsch, En)
• Nachschlagen (Sprachen, NW, GL)
• Konstruktionsplanung (Technik)
• Zeichnen (Kunst)
• Bildbeschreibung (Kunst, Sprachen, GL)
• Mathematische Übungen und dynamische Geometriesoftware (Ma)

Die Dokumentation der Arbeitsergebnisse und Materialsammlung erfolgt über unseren Schulserver, in dem jede Lerngruppe ihren eigenen Bereich hat und Ordner anlegen kann. Des Weiteren hat jeder einzelne Schüler einen eigenen Ordner, um Ergebnisse zu sichern und jederzeit darauf zugreifen zu können.

Februar 2018
Larissa Lehnert/Jann Birkner


Um die Rahmenbedingungen darzustellen, haben wir im Folgenden ein paar Antworten auf häufig gestellte Fragen für Sie zusammengestellt:

  • 1. Tablet-Klasse
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  • 1. Warum eine verbindliche Anmeldung?
     

    Das von uns gewählte Konzept sieht vor, dass alle Kinder in der Tablet-Klasse ab dem 6. Schuljahr mit einem eigenen Tablet arbeiten. Dieses muss von den Eltern angeschafft und finanziert werden. Das Tablet muss bestimmte technische Vorgaben erfüllen. Nur wenn alle Eltern der Klasse diesem Konzept zustimmen, kann auf die vorgesehene Weise mit dem Tablet gelernt werden. Es ist daher notwendig, dass Eltern sich von vornherein verpflichten, dass ihr Kind an der Tablet-Klasse teilnimmt, damit nicht im 6. Schuljahr die Klassen neu zusammengesetzt werden müssen.

  • 2. Welches Gerät soll angeschafft werden?
     

    Die Projektgruppe hat sich nach intensiver Recherche und viel Erfahrungsaustausch mit bereits bestehenden Tablet-Klassen in der Region und bundesweit dafür entschlossen, mit iPads zu arbeiten. Ein Hauptgrund dafür ist, dass es für das iPad bereits vielfältige und erprobte (!) Apps und Anwendungen gibt, die unterrichtlich sinnvoll eingesetzt werden können.

    Es gibt für viele Anwendungsbereiche bereits didaktische Konzepte. Außerdem bietet die in sich geschlossene Betriebssystem-Umgebung viele einfache Absicherungsmöglichkeiten und eine einfache, intuitive Bedienung, sodass mehr Lernzeit mit den Lerninhalten verbracht werden kann und nicht mit der Bedienung, Wartung und Absicherung des Geräts vergeudet wird.

  • 3. Wie lange wird das iPad benutzt?
     

    Die iPad-Klasse schafft das iPad zum Ende des 5.Schuljahrs an. Es wird für die gesamte Dauer der Sekundarstufe I, also bis mind. Ende 9. Klasse und höchstens Ende 10. Klasse genutzt.

  • 4. Welche Kosten entstehen?
     

    Es entstehen für die Dauer von 4 Jahren Kosten von maximal 20,- €/Monat für das Gerät, Versicherung, Service und anzuschaffende Apps. Der aktuelle Preis liegt deutlich darunter. Die Preise variieren je nach dem, welche Geräte gerade aktuell und im Handel verfügbar sind. Da wir eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, erhalten wir die meisten kostenpflichtigen Apps für den halben Preis.
    Die Schule arbeitet mit einem externen Partner zusammen, der den Eltern und der Schule für die iPads ein Finanzierungs-, Versicherungs- und Servicepaket zusammenstellt. Die iPad-Klasse stellt folgende Anforderungen daran:

      • - Das Gerät ist über die gesamte Laufzeit mit einem kurzfristigen Austauschservice gegen Diebstahl und Schäden versichert.
      • - Es gibt über die Laufzeit einen telefonischen Geräte-Support.
  • 5. Gibt es finanzielle Unterstützung?
     

    Im Moment gibt es keine Unterstützung vonseiten der Schule.

  • 6. Kann ich auch ein bereits in der Familie vorhandenes iPad nutzen?
     

    Nein! Die iPad müssen über die Schule registriert werden und sind in allererster Linie Arbeitsgeräte für die Schule. Das iPad darf keinen SIM-Karten-Slot enthalten, um die Ablenkungs- und Missbrauchsmöglichkeiten einzuschränken. Die Internet-Freigabe innerhalb der Schule wird explizit von den Lehrkräften freigegeben und zwar ausschließlich für Unterrichtszwecke. Die Lehrkraft hat während des Unterrichts (und nur in der Schule) Zugriff auf die schulisch registrierten Geräte. Wir haben einen eigenen Server, der nur die iPads verwaltet. Außerdem muss sichergestellt werden, dass das iPad ohne lange Ausfallzeiten für den Unterricht zur Verfügung steht, daher ist eine Versicherung mit 24h-Austauschservice verpflichtend.

  • 7. Wird der Unterricht nur noch iPad basiert sein?
     

    Nein! Das iPad ist ein zusätzliches Arbeitsgerät und ersetzt weder Arbeitshefte noch Mappen oder den Schreibblock. Die Fähigkeiten, mit der Hand zu schreiben oder eine Mappe gewissenhaft zu führen, wollen wir auch weiterhin fördern und fordern.

    Dennoch werden mit dem iPad neue Lernwege beschritten und an der ein oder anderen Stelle wird das iPad anstelle eines analogen Mediums eingesetzt werden. Uns ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler vor allem den Nutzen dieser Geräte abseits von Spielen und Unterhaltung kennen lernen und den Umgang mit Apps üben, die im späteren Ausbildungsweg und auch Beruf von Bedeutung sein könnten.

    Natürlich gibt es klare Regeln für die Nutzung der Geräte, die wir sowohl mit den Eltern als auch den Kindern in der iPad Klasse besprechen.