Gesellschaftslehre

Gesellschaftslehre

Georg Baumbach

Fachbereichsleitung Gesellschaftslehre
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Georg Baumbach

Georg Baumbach

Fachbereichsleitung Gesellschaftslehre

Sekundarstufe I: Das integrierte Fach Gesellschaftslehre

Gesellschaftslehre ist ein integriertes Fach, in dem Inhalte der herkömmlichen Unterrichtsfächer Geschichte, Politik und Erdkunde nach Möglichkeit fächerübergreifend unterrichtet werden. Eine Zusammenführung der Aspekte Raum und Zeit unterstützt eine ganzheitliche Sichtweise auf historische, geografische und politische Probleme. Ziel ist es dabei, den Jungen und Mädchen altersgerecht anhand von Schlüsselproblem wesentliche inhaltliche Kenntnisse zu vermitteln.

Unterrichtsinhalte

Dazu werden neben der Beschäftigung mit aktuellen Themen im Laufe eines Schuljahres in der Regel vier Unterrichtseinheiten erarbeitet. So müssen beispielsweise im 6. Jahrgang zum Thema „Kinder der Welt“ soziale Verhältnisse beschrieben und beurteilt werden, die in bestimmten Gebieten der Erde anzutreffen sind bevor Vergleiche zu Kindern in Deutschland und der eigenen Lebenswelt angestellt werden. Die Beschäftigung mit der „Französischen Revolution“ im 8. Jahrgang verlangt etwa das Verständnis für politische Auseinandersetzungen in der Geschichte und deren Bedeutung in der Gegenwart.

Unterrichtsmethoden und eigenverantwortliches Arbeiten (EVA)

Bei der heutigen Informationsflut wird es immer wichtiger, Methoden zu beherrschen, die helfen Inhalte zu erschließen und Kompetenzen zu erwerben. Eine Karte muss sowohl ein erdkundlich wie auch historisch oder politisch Interessierter lesen können. Karikaturen werden zur kritischen Umschreibung von Sachverhalten im gesamten gesellschaftskundlichen Bereich ausgewertet. Wir sehen folglich einen Schwerpunkt unserer Arbeit darin, Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen angemessen Methoden anzuwenden und dabei auch moderne Informationstechniken einzusetzen. Dabei trainieren wir konsequent Methoden, die die Schüler beim eigenverantwortlichen Arbeiten begleiten. Dies beinhaltet z.B. Methoden der Texterschließung sowie Präsentationstechniken.

Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler angeleitet werden sollen, eigene Fragestellungen zu entwickeln und ihr Lernen zunehmend selbst zu steuern, um zu mündigen Bürgern heranzureifen, die aktuelle gesellschaftliche und politische Prozesse beurteilen und somit aktiv an unserem Gemeinwohl teilnehmen können.

Schwerpunktklassen

Regelmäßig beteiligt sich der Fachbereich Gesellschaftslehre am Zuschnitt der Profilklassen im 5. und 6. Jahrgang und praktiziert dabei handlungs- und projektorientiertes Lernen. So hat sich etwa die Eine-Welt-Klasse über Wochen mit den Problemen des Kakaoanbaus in Entwicklungsländern beschäftigt und in der Schule auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen, z.B. in der Elfenbeinküste hingewiesen, wo zum Teil Kinder den Kakao ernten. Diese Aktion mündete schließlich in einem vorweihnachtlichen Verkauf von Nikoläusen seitens der SV aus fair gehandelter Schokolade.

Die Schwerpunktklasse „Europa – mit allen Sinnen“ erstellte ein großflächiges Wandbild von Europa mit Hauptstädten, Flaggen, Sehenswürdigkeiten sowie mit Gebirgen und Seen, welches nun als „Eye-Catcher“ den Verwaltungsbereich der Schule ziert.

Wahlpflichtbereich

Der Wahlpflichtbereich bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit Lernschwerpunkte zu setzen, so dass sie sich in den Jahrgängen 9 und 10 bis zu acht Wochenstunden mit Themen aus dem Bereich Gesellschaftslehre befassen können. Die bilingualen Profilkurse mit Fachunterricht in englischer Sprache bereiten dabei gezielt auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe vor.


Sekundarstufe II: Gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt

Gemäß den Vorgaben durch die Verordnungen für die gymnasiale Oberstufe wird in der Kursstufe ein gesellschaftswissenschaftliches Profil angeboten. Derzeit bilden Geschichte und Politik die Schwerpunktfächer, Erdkunde kann als mündlicher oder schriftlicher Prüfungskurs gewählt werden.

Projektwoche im 11. Jahrgang

Im Rahmen des Faches Politik wird eine Projektwoche zur Zukunfts- und Berufsorientierung durchgeführt. Dabei setzen sich die Schüler sowohl mit ihrer privaten als auch ihrer beruflichen Zukunft auseinander. U.a. ermöglichen wir in dieser Woche den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe der IHK und des Rotary Club Hannover-Luisenhof in direkten Kontakt mit Ausbildungsbetrieben und Berufsakademien sowie Vertetern akademischer Berufe zu treten. Mit diesen Angeboten bieten wir eine Orientierung in dem sonst kaum zu überschauenden Feld der Berufsorientierung.


Begegnung mit Politikern

Regelmäßig holen wir Politiker in die Schule, um den älteren Schülern die Möglichkeit zur authentischen politischen Auseinandersetzung zu geben. Zuletzt geschah das anlässlich einer Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl im September 2016.

Ein Prüfungskurs Erdkunde begleitet aktuell das Stadtentwicklungsprojekt „Bürgerbeteiligung zur Sozialen Stadt Mühlenberg.


Erinnerungskultur

Das Gebäude der Leonore-Goldschmidt-Schule ist umringt von Straßennamen, die an Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. In unmittelbarer Nähe der Schule befand sich während der nationalsozialistischen Diktatur ein Außenlager des KZ Neuengamme. Im Schulbezirk befindet sich ein großes Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Die Namensgeberin der Schule hat während der nationalsozialistischen Diktatur jüdischen Kindern die Möglichkeit eröffnet weiter zur Schule zu gehen und einen Schulabschluss zu erlangen, der ihnen die Möglichkeit eröffnete nach der Emigration nach England dort Fuß zu fassen. Die Liste könnte leicht fortgesetzt werden.

All dies sind für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte der Schule Anknüpfungspunkte, um sich genauer mit der Geschichte im Schulbezirk, in der Stadt und in der Region zu beschäftigen und der Opfer von Kriegen und Verfolgung zu gedenken.

So beschäftigen sich bereits Schüler des 7. Jahrgangs mit Straßennamen in der Umgebung der Schule und untersuchen die Hintergründe zu Ehrengräbern auf dem Friedhof in Ricklingen.

Schüler des 10. Jahrgangs nehmen jährlich an Exkursionen nach Bergen Belsen teil. Außerdem beteiligen sie sich jedes Jahr anlässlich des Holocaust-Gedenktags (27.01.) an Gedenkfeiern im Kirchenzentrum und an Kranzniederlegungen an der Gedenktafel am Mühlenberger Markt und übernehmen eine Patenschaft für den Friedensstein am Mühlenberger Markt.

Schüler des 11. Jahrgangs haben sich bereits an der Zentralen Gedenkveranstaltung zum Jahrestag hannoverscher Juden am Holocaust-Denkmal der Stadt Hannover beteiligt.

Schüler des 9. und 11. Jahrgangs bearbeiteten gemeinsam mit Schülern einer französischen Austauschschule die leidvolle deutsch-französische Geschichte und hielten zusammen eine Gedenkfeier in Verdun ab.

Aktuell forschen Schüler eines Schwerpunktkurses im Rahmen des Seminarfaches zur Geschichte des KZ Außenlagers Mühlenberg. Ziel ist es hierbei, in Kooperation mit dem Amt für Erinnerungskultur der Stadt Hannover eine entsprechende Gedenktafel am Mühlenberg aufzustellen.
Auch forscht eine Schülergruppe zur Namensgeberin der Schule mit dem Zweck eine Ausstellung zum Gedenken an Leonore Goldschmidt zu erstellen.


Europaschule

Ein wichtiger Schwerpunkt der Schule ist der Europagedanke. So beteiligt sich der Fachbereich maßgeblich an den jährlich stattfindenden Europatagen mit Ausstellungen, Expertengesprächen und dergleichen mehr. Auch an den vielfältigen Comenius-Projekten der Schule mit Partnerschulen aus vielen Ländern Europas zu Themen wie Klimawandel, Migration oder dem deutsch-französischen Verhältnis war und ist der Fachbereich maßgeblich beteiligt.

Ab dem kommenden Jahr ist ein entsprechendes Erasmus-Projekt mit Partnerschulen in Italien, Frankreich, Kroatien und Bulgarien zum ökonomischen und sozialen Wandel in Europa geplant, das die Berufsvorbereitungskonzepte der beteiligten Schulen bereichern soll.